Hochwassereinsatz LK Goslar

Berichte

Pressemitteilung über das Hochwasser im Kreisgebiet vom 24.07.-27.07.2017

Pressemitteilung über das Hochwasser im Kreisgebiet vom 24.07.-27.07.2017

Im Einsatz sind insgesamt ca. 24 Feuerwehren mit einer ungefähren Stärke von 350 Personen. Die Schwerpunkte liegen zur Zeit in 3 Stadtgebieten. Im Bereich Bad Harzburg sind seit gestern Abend nach und nach die Stadtfeuerwehren alarmiert worden. Bedingt durch den lang anhaltenden Regen schwoll die Radau immens an. Zeitweise musste der Oker-Radau-Stollen, der für die Entlastung der Radau sorgt, geschlossen werden, um Verstopfungen zu beseitigen bzw. zu verhindern. Insgesamt sind ca. 40 Einsatzstellen abzuarbeiten oder bereits abgearbeitet. Teilweise musste die B4 aufgrund von übertretendem Wasser gesperrt werden. Die Parkgarage des Edeka Einkaufsmarktes am Bahnhof musste durch eine mobile Deichsperre gesichert werden. Die Lage ist zur Zeit noch immer riskant.

 

Ein weiterer Schwerpunkt befindet sich im Ortsgebiet Seesen/Rhueden. Hier sind seit dem gestrigen Abend 21:00 Uhr die Einsatzkräfte der OF Rhueden im Einsatz. Es wurden Sandsäcke gefüllt und bereits durch Anwohner angefordert. Im Laufe der Nacht gegen 03:30 Uhr breitete sich das Wasser der Nette in Rhuedens Straßen aus. Der Pegelstand maß zu diesem Zeitpunkt 2,80m. Bei diesem Pegelstand schließt sich das vorhandene Wehr automatisch. Dieses sorgte vorrübergehend für etwas Entspannung. Durch dann wieder einsetzenden Starkregen nahm der Wasserstand jedoch weiter zu und erreichte gegen 15:15 Uhr am heutigen Tage die erste Entlastungsstufe. Dieses bedeutet ein Überlaufen des Wehres und somit wieder für vermehrt auftretendes Wasser in Rhueden. Erschwerend kommt hinzu, das aus der entgegengesetzten Richtung das Wasser aus der Schildau ebenfalls nach Rhueden drückt. Im Einsatz sind zur Zeit ca. 100 Kräfte der gesamten Stadtfeuerwehr Seesen.

 

In Goslar arbeitet die Ortsfeuerwehr derzeit ca. 6 Einsatzstellen ab. Hier rief ein besorgter Anwohner die Feuerwehr, das der Judenteich überlaufen würde. Einige andre Anwohner hatten Wasser im Keller gemeldet. Zur Zeit beschränkt sich das Einsatzgeschehen in Goslar auf kontrollieren und sichern.

 

In Lautenthal trat die Laute über die Ufer. Hier war die zuständige Ortsfeuerwehr ebenfalls im Einsatz. Weitere Einsatzstellen waren in der Gemarkung Klein Döhren. Hier gab es eine Wasserfläche zu beseitigen, die einen Ölfilm trug.

Im Bereich Clausthal-Zellerfeld waren einige kleinere Einsätze abzuarbeiten.   

 

Übersicht eingesetzte Kräfte im Landkreis, Stand 15:30 Uhr  

 

Steffen Klenner

Pressesprecher Kreisfeuerwehr Goslar

 

 

Update zum Hochwassereinsatz im Bereich Goslar und Seesen/Rhueden

 

Pressemitteilung Bereich Seesen und Goslar.

 

In der Ortschaft Rhueden sind die Kräfte seit Montagabend im Einsatz. Bisher wurden 160 Tonnen Sand in 8000 Sandsäcke abgefüllt und an die Anwohner ausgegeben. Weitere 6000 werden vorbereitet. Aus dem gesamten Stadtgebiet Seesen sind ca. 100 Kräfte im Einsatz. Einsatzstellen waren in Münchehof, Herrhausen,Seesen, Bornhausen und Rhueden. Hier ist die Lage am schlimmsten. Es kommt sehr viel Wasser aus dem Bereich Bad Grund/Münchehof übeer den Pandelbach nach Rhueden. Nie zuvor hatte man mit solchen Wassermengen hier zu tun. Auf der Strecke zwischen Münchehof und Rhueden liegt die Pumpstation Knüllhof. Diese ist kurz davor von den Wassermassen geflutet zu werden. Ca. 4 Stunden nachdem dieses geschieht, laufen diese Wassermengen in Rhueden  auf. Ab einem Pegelstand von 2,70m am Messpunkt Nette sprudelt das Wasser am tiefsten Punkt in Rhueden bereits aus den Gullys. Ab einem Pegelstand von 5,40 m startet am Stauwehr die Entlastungsstufe 2. Dabei wird das geschlossene Stauwehr automatisch geöffnet. Dieses ist nötig, um das aufweichen und beschädigen der Deichkrone zu verhindern. Es bedeutet jedoch gleichzeitig, das sämtliche Wassermassen ungebremst nach Rhueden laufen können. Die Wetterlage ist nach wie vor kritisch. Eine Prognose in Richtung der Nacht kann momentan nicht abgegeben werden.

 

Im Bereich der Stadt Goslar ist das Hauptaugenmerk zur Zeit auf den Bereich am Theresienhof gerichtet. Dort führt die Gose, welche direkt vor und über dem Gelände des Alten- und Pflegeheimes verläuft immens viel Wasser. Die Unterführungen durch die das Wasser im Normalfall geleitet wird, sind kaum noch ausreichend. Erschwerend kommt  hinzu, das mitgeschwemmtes Treibgut dieses ständig verstopft. Hier werden wohl einige Kräfte die Nacht über damit beschäftigt sein, dieses zu verhindern. Eine große Entlastung durch die Harzwasserwerke bringt die Abzweigung durch den Gose-Grane-Stollen. Hier werden zur Zeit fast 90% des ankommenden Wassers bereits vorher abgeführt. Wäre dieses nicht möglich, wäre es im Bereich der Altstadt Goslars bereits zur stärkeren Überflutungen gekommen.

Weitere Einsatzstellen waren in Jerstedt im Bereich des Dorfbaches, an der Schamlah in Lochtum, an der Radau in Vienenburg. Im Hotel Carea in Hahnenklee/Bockswiese stand der Heizungskeller 60cm tief unter Wasser und drohte die dort befindliche Heizungsanlage zu zerstören. Dieses konnte durch die Ortsfeuerwehr verhindert werden.  Zusätzlich zu den Hochwassereinsätzen gab es noch einige Kleinbrände und  Auslösung von Brandmeldeanlagen. Diese müssen dann nebenbei auch noch abgearbeitet werden. Insgesamt läuft es auf eine lange Nacht für alle Einsatzkräfte hinaus. Die Ortsfeuerwehr Goslar wird die ganze Nacht mit mindestens einer Löschgruppe in Bereitschaft bleiben. Hier waren bis jetzt 20 Hochwassereinsatzstellen zu bearbeiten.

 In Rhueden ist man weit davon entfernt, an Feierabend zu denken.

 

Stand 21:00 Uhr

 

Steffen Klenner

Pressesprecher Kreisfeuerwehrverband Goslar

 

Update zum Hochwassereinsatz

 

Im Bereich Bad Harzburg wird seit 02:00 Uhr massiv nachalarmiert. Alle Kräfte die im Laufe der Nacht zum Ausruhen aus dem Einsatz entlassen wurden, mussten nun wieder anrücken um die auflaufenden Wassermassen zu bändigen. Zusätzlich kommen aus den Gemeinden Liebenburg und Braunlage jeweils 1 kompletter Zug zur Unterstützung nach Bad Harzburg. Im Bereich Bleichestraße sind etliche Keller massiv überschwemmt. Hier drohen Heizöltanks aufzuschwimmen. Seitens der eingesetzten Feuerwehren wird alles Menschenmögliche versucht, dieses zu verhindern. Zum Einsatz kommen hier die durch die FTZ angelieferten Chiemsee Pumpen um möglichst viel Wasser von den Häusern fernzuhalten.  Im Bereich Hindenburgring ist ein Teich übergelaufen und   die Wassermassen ergießen sich über die Grundstücksmauern auf die Straße. Im Schlosspark des Bündheimer Schlosses tritt der dortige Teich rückwärtig über das Ufer. Dieses Wasser läuft auf das dahinter befindliche Gemeindezentrum zu und dringt dort durch die Wand in den Keller ein.

Alarmiert wurden weiterhin das THW, der Wechsellader Rüst der FTZ Goslar, die Chiemsee Pumpen der FTZ. Weiterhin Fuhrunternehmen die den dringend benötigten Sand liefern können. Dieser wird nicht mehr in Sandsäcke gefüllt, sondern an den Einsatzstellen direkt abgekippt um dort vor Ort Deiche zu errichten.

 

Im Bereich Seesen/Rhüden hat sich die Hochwasserlage ebenfalls massiv verschlimmert. Gegen Mitternacht waren die Pegelstände der Nette relativ stabil. Im Laufe der Nacht jedoch stiegen diese durch massive Regenfälle weiter an. Zurzeit sind etliche Häuser vom Hochwasser direkt betroffen. Zahlreiche Straßen sind nicht mehr passierbar. Zur Unterstützung wurden die Feuerwehren Herrhausen, Nauen/Bodenstein und Neuwallmoden hinzugerufen. Hier gilt es jetzt abzuwarten und zu hoffen, dass es noch relativ glimpflich vonstatten geht. Man ist diesen Wassermassen einfach nicht mehr gewachsen.

 

Weiterhin gibt es neue Einsatzstellen im Bereich Langelsheim Lautenthal. Hier sind die betroffenen Feuerwehren ebenfalls im Einsatz. Weiterhin ist im Industriepark Innerstetal die Werkfeuerwehr mit Hochwasserabwehr beschäftigt.

 

  

 

Steffen Klenner

 

Pressesprecher Kreisfeuerwehrverband Goslar

 

 

Update  Hochwassereinsatz

 

Pressemeldung zum Hochwasser im Landkreis Goslar.

 

Nachdem in der Nacht weitere starke Regenfälle im Landkreis niedergegangen sind, sind jetzt auch weitere Feuerwehren in verschiedenen Bereichen im Einsatz. In Lautenthal trat die Laute über die Ufer, das Altenheim Waldschlösschen meldete Wasser im Keller. Dieses konnte die Ortsfeuerwehr Lautenthal noch mit eigenen Kräften abarbeiten. Im Laufe der Nacht, kamen aber auch hier weitere Einsatzstellen hinzu.  Um  04:13 Uhr wurde die Ortsfeuerwehr Langelsheim mit der Kleinalarmschleife zur Unterstützung hinzugerufen. Aber auch in Langelsheim sollte das Unwetter nicht spurlos vorbeigehen. Im Verlauf des Morgens wurde dann nach und nach die gesamte Feuerwehr Langelsheim alarmiert um sich der Einsatzstellen im eigenen Ort anzunehmen. Ebenfalls im Einsatz die Feuerwehr Bredelem und Wolfshagen. Diese zur Unterstützung in Langelsheim/Lautenthal.

 

Im Bereich Harzburg erscheint die Lage an den Schwerpunkten indes immer aussichtsloser. Es wird einfach kein Weg mehr gefunden, die Wassermassen zu entfernen. Unaufhörlich regnet es weiter und somit gelangt auch immer mehr Wasser über Straßen und Wege in die Ortschaften. Ein Kampf gegen Windmühlen. Und doch geben die Einsatzkräfte nicht auf, und versuchen bestmöglichst zu helfen. Es sind alle Ortsfeuerwehren im Einsatz. Zusätzlich wird die Alarmierung von Kreisbereitschaften aus nicht betroffenen Landkreisen erwogen.

 

Im Bereich Rhüden ist die Entlastungsstufe 2 eingetreten. Das Stauwehr wurde ein Stück geöffnet, um zu versuchen, das dahinter liegende Staubecken zu entlasten. Dieses bedeutet aber zusätzlich zu den in der Nacht schon schwer getroffenen Einwohnern, weitere unbezwingbare Wassermassen durch Rhüden fließen zu sehen. Zur Zeit sind ca. 200 Häuser/Wohnungen vom Hochwasser betroffen. Weitere Einsatzstellen liegen in den umliegenden Ortschaften der Stadt Seesen. Feuerwehren aus dem Bereich Lutter sind zur Unterstützung in Rhüden im Einsatz. Eingesetzte Kräfte zur Zeit im Bereich Seesen ca.250 Kräfte. Der Regen lässt immer noch nicht nach und es ist somit keine Entspannung in Sicht. Rhüden selbst kann nur noch über Umwege angefahren werden. Sämtliche Straßen die in den Ort führen sind unpassierbar geworden. Ein Problem für den Rettungsdienst, der hier gerade dringend benötigt wird. Ein Anwohner ist auf der Straße schwer auf den Rücken gestürzt und muss mit Verdacht auf Wirbelverletzung ins Krankenhaus transportiert werden. Vom Unfallort weg wird er mittels Schlauchboot zum RTW transportiert. Weitere Personen die ebenfalls medizinische Hilfe benötigen werden auf ähnliche Weise aus ihrer misslichen Lage befreit und dem Rettungsdienst übergeben.   

 

Steffen Klenner

Pressesprecher Kreisfeuerwehrverband Goslar

 

Update  Hochwassereinsatz

 

Update zum Hochwassereinsatz Landkreis Goslar

In Rhüden ist die Lage am Mittwochmittag 26.07.2017 immer noch unverändert. Weiterhin strömen große Wassermassen aus der Nette und der Schildau durch den Ort. In der Hoffnung, das der Regen nun endlich aufhören wird konnten die Einsatzkräfte immer noch nur zusehen. Zwischendurch musste die Feuerwehr ihren eigenen Bereich schützen und das eindringende Wasser wieder über die aufgebaute Sandsackbarriere zurück pumpen. Verkehrsmäßig war Rhüden von außen mit Fahrzeugen nicht zu erreichen. Sämtliche Zufahrtsstraßen in den Ort, und auch im Ort selbst standen erheblich unter Wasser. Hier sind nach Messung stellenweise bis zu 200 Liter/m² gefallen. Ein Feuerwehrkamerad erlitt während des Einsatzes eine Kopfplatzwunde. Diese musste im Krankenaus genäht werden. Dem Kameraden geht es wieder gut.

Nicht viel anders die Lage in Bad Harzburg. Im Bereich Bündheim in der Bleichewiese stand ein gesamter Straßenzug unter Wasser. Dadurch bedingt auch die Keller sämtlicher Häuser dort. Im Keller drohten Heizöltanks aufzutreiben. Die Nerven lagen auch bei den Bewohnern blank. Trotz allem war es ruhig und sachlich und es gab zu keinem Zeitpunkt irgendwelche negativen Reaktionen in Richtung der Hilfskräfte.

In Goslar gestaltete sich die Lage weitaus dramatischer. Was hier in Goslar an Wassermassen zusammen kam, hatte sicherlich keiner erwartet. Die Abzucht verwandelte sich in einen reißenden Strom. An einigen Stellen, an denen die Ufermauern teilweise zwei Meter oder ehr hoch sind, schloss das vorbeischießende Wasser mit der Oberkante ab, oder überspülte diese noch. Im Bereich des Museumsufers war von einer Treppe nichts mehr zu erkennen. Hier überflutetet das Wasser alles, was sich im Weg befand. Das Alten- und Pflegeheim Theresienhof wurde am frühen Morgen evakuiert. Hier arbeiteten die Bereitschaften des DRK und Kameraden der Johanniter absolut problemlos zusammen. So konnten die Bewohner sehr schnell und ohne Stress aus dem Gebäude geholt werden. Sie werden jetzt auf umliegende Häuser verteilt.
Im weiteren Verlauf des Vormittages mussten Teile der Altstadt evakuiert werden. Da der Lauf der Abzucht nicht mehr ausreichte, ergoss sich das immer stärker auflaufende in die Altstadt. Im Bereich Hoher Weg lief das Wasser von hinten in die Gebäude, füllte die Keller bis unter die Decke und kam schließlich mit massiven Druck auf der Straßenseite wieder heraus. Hier lief das Wasser über die Straße weiter über den Marktplatz, welcher zwischenzeitlich komplett überflutet war. Dieses Szenario weitete sich zur Okerstraße hinunter aus. Etliche an diesem Weg liegende Gebäude oder Flächen wurden teils komplett überflutet. Straßen waren nicht passierbar. Die Unterführung der Bahnlinie Feldstraße war vollgelaufen. Ein einfahrendes Fahrzeug kam nicht hindurch und versank im Wasser. Der Fahrer konnte sich aus dem Fahrzeug befreien. Die Altstadt wurde in der Zwischenzeit ebenso wie die Clausthaler Straße für den Fahrzeugverkehr gesperrt.

Im Bereich Langelsheim nahmen die Einsatzstellen im Bereich Lautenthal und Wolfshagen ebenfalls erheblich zu. In der Nacht war die Laute im Bereich Hahnenkleer Straße über die Ufer getreten. Hier musste dafür gesorgt werden, das die Straße möglichst keinen Schaden nimmt. Am Alten und Pflegeheim Waldschlösschen wurde Keller unter Wasser gemeldet. Diese Lagen konnte die Ortsfeuerwehr Lautenthal alleine abarbeiten. Im Verlaufe des frühen Morgens, wurde die Feuerwehr Langelsheim über Kleinalarm zur Unterstützung hinzugerufen. Etwas später änderte sich die Lage jedoch und weitere Kräfte aus Langelsheim und Astfeld wurden nach Lautenthal alarmiert. Die Laute führte nun auch in erheblichem Maße Wasser, die Innerste trat ebenfalls an etlichen Stellen in anliegende Keller ein. Die Lage wurde nun auch hier für viele Anwohner immer aussichtsloser.

In Wolfshagen überflutete das das Wölfi Bad. Die Wassermassen färbten das ansonsten ansehnliche Bad in eine schlammfarbene Fläche. Das angrenzende Hotel Tannengrund hatte ebenfalls starken Wassereinbruch zu melden. Der doppelstöckige Keller stand komplett unter Wasser.

Gegen Mittag ließ dann der Regen endlich nach. Die Lage entspannte sich jedoch erst etwas gegen Abend. An allen Einsatzstellen im Landkreis waren weiterhin große Wassermengen unterwegs und hielten die Einsatzkräfte weiterhin gebunden.
Im Bereich Oberschulenberg musste ein Wohnhaus mit 12 Personen evakuiert werden. Ein Teich, der seit Jahren trocken liegt und über eine der höchsten Stauhöhe verfügt brach noch unterhalb der höchsten Stufe durch und flutete den darunter liegenden Schalker Teich. Dieser wiederum bedrohte nun das Wohnhaus und die Bewohner. Die konnten in Clausthal-Zellerfeld in einer Unterkunft untergebracht werden. In Altenau musste im Bereich des Kräutergartens eine Brücke abgerissen werden. Mitgeschwemmtes Treibgut hatte diese verstopft, und somit ein durchfließen des Wassers unmöglich gemacht. Kurzfrist kamen Forstarbeiter des Forstwegebaus mit schwerem Gerät zu Hilfe und entfernten diese Brücke. Danach war der Weg für das Wasser wieder frei und dieses konnte ungehindert ablaufen.

Aufgrund der dramatischen Umstände rief der Landrat um 12:14 Uhr den Katastrophenfall aus. Hiermit konnte nun auch auf Hilfe aus anderen Landkreisen zurückgegriffen werden. Alarmiert wurden die Kreisfeuerwehrbereitschaften aus Salzgitter, Peine, Helmstedt, Wolfsburg und Rothenburg Wümme. Diese kamen zu unterschiedlichen Zeiten im Einsatzgebiet an, und wurden dann in die entsprechenden Orte verteilt. Hierdurch konnten die seit mehreren Tagen im Einsatz befindlichen eigenen Kräfte erstmal abgelöst werden um sich auszuruhen und wieder zu Kräften zu kommen.

Die Einsatzleitung wurde durch den Katastrophenstab übernommen. Ebenso die Abarbeitung der Pressethemen. Seitens der Feuerwehr wurde bereits im Vorfeld eine technische Einsatzleitung aufgestellt. Diese bezog in der FTZ Quartier und richtete sich dort für die kommende Arbeit ein. Da viele Mitglieder der TEL bereits in den Einsatz eingebunden waren, wurde diese mit Kräften des THW aus Osterode aufgefüllt. Am Donnerstagmorgen wurden die Mannschaften des THW durch frische Kräfte aus Braunschweig ersetzt. Mitglieder der Feuerwehr besetzten als „Fachberater“ diese TEL. Die Kameraden vom THW verließen dann um 18:00 Uhr den Einsatz und konnten anschließend nachhause fahren. Die technische Einsatzleitung liegt damit wieder in den Händen der Feuerwehr.

In den Einsatzbereichen wird zurzeit versucht, die noch nicht abgearbeiteten Stellen unter Kontrolle zu bringen. Es sind immer noch etliche Keller unter Wasser. Im Bereich Bad Harzburg kann das Gelände im Kalten Tal aufgrund starken Wassers immer noch nicht erkundet werden. Die Radau führt noch immer viel Wasser, trotzdem die Pegel im Fallen sind.
In Rhüden sind die meisten Straßen wieder passierbar, aber auch hier sind noch einige Keller gefüllt und müssen leergepumpt werden.
In Wolfshagen im Harz steht im Hotel Tannengrund das Wasser noch immer knapp 2 Meter hoch im Keller. Hier schaffen es die eingesetzten Pumpen, den Pegel zwischen ein- und auslaufendem Wasser zu halten.
In Lautenthal ist die Strecke nach Hahnenklee gesperrt. Die Laute ist hier massiv über die Straße getreten und konnte nur mittels eindeichen durch LKW Ladungen mit Sand wieder zurück geführt werden. Weiter oben ist die Straße durch stark fließendes Wasser unterspült.
Die L515 ist ebenfalls gesperrt. Die Durchfahrt nach Wildemann ist über Lautenthal nicht möglich. Das Alten- und Pflegeheim Waldschlösschen kann nur über Waldwege erreicht werden. Dadurch kann der Rettungsdienst im Bedarfsfall dort anfahren.

Einsatzstellen: Goslar 381 Einsatzstellen. Davon sind zur Zeit 317 abgearbeitet. 341 Einsatzkräfte
Langelsheim 175 Einsatzstellen. 250 Einsatzkräfte
Clausthal-Zellerfeld 75 Einsatzstellen. 114 Einsatzkräfte
Bad Harzburg weit über 300 Einsatzstellen.
Seesen/Rhüden ca. 300 Einsatzstellen
Seesen/Bornhausen 60 Einsatzstellen.
Seesen gesamt ca. 300 Einsatzkräfte

 

Stand Donnerstag, 27.07.2017 19:00


Steffen Klenner
Pressesprecher Kreisfeuerwehrverband Goslar